Heike Hänsel MdB, Foto: Alexander GonschiorDie Eskalation der Gewalt zwei Jahre nach Revolutionsbeginn in Ägypten schockiert und zeigt, dass die Ziele soziale Gerechtigkeit und Demokratie, für die Millionen Ägypterinnen und Ägypter auf die Straße gegangen sind, bisher nicht eingelöst worden sind“, so Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den gewalttätigen Ausschreitungen in Ägypten mit mindestens 30 Toten. Hänsel weiter:

„Im Gegenteil, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, mittlerweile haben fast 50 Prozent der Menschen nicht mehr als 2 Dollar am Tag zum Leben. Die Jugendarbeitslosigkeit ist weiter auf 40 Prozent angestiegen. Und nun lässt Präsident Mursi auf die politischen Aktivisten schießen, die die Revolution erst möglich gemacht haben. Mittlerweile sind bereits zahlreiche prominente Blogger und Aktivisten ermordet worden.

Ich fordere Angela Merkel auf, den ägyptischen Präsidenten Mursi bei seinem anstehenden Besuch diese Woche in Berlin darauf zu drängen, dass diese Morde aufgeklärt werden und die Gewalt gegen Demonstranten eingestellt wird. Ägypten braucht wirklich demokratische Reformen und eine Umverteilung des seit Jahrzehnten angehäuften Reichtums einer kleinen Elite. Wir unterstützen die Forderung der linken Oppositionsgruppen nach Bildung einer nationalen Übergangsregierung, die den Forderungen der Revolution endlich gerecht wird und allen Ägypterinnen und Ägyptern soziale und demokratische Rechte gewährt.“