124x163-clara-26___x160Die afghanischen Antikriegsgruppen brauchen nach wie vor unsere Solidarität und Unterstützung: für einen sofortigen Abzug der Truppen und ein sofortiges Ende der Besetzung – für Frieden in Afghanistan, fordert Heike Hänsel

Die Nato verkündet vollmundig den Abzug der Truppen aus Afghanistan. Die Bundesregierung verspricht, nach dem Jahr 2014 verbliebe nur noch ein Ausbildungskontingent von Bundeswehr und Polizei am Hindukusch.

Doch das ist reine Propaganda. Die Nato plant auch über das Jahr 2014 hinaus mit einem Einsatz nach Kapitel VII der UN-Charta, also einem Kampfeinsatz. Das enthüllte der Generalinspekteur der Bundeswehr kürzlich. Dazu kommen permanente US-Militärbasen mit Kapazitäten für mindestens 30?000 Soldaten.

Auch von einem Ende des Drohnenkriegs an der afghanisch-pakistanischen Grenze ist keine Rede. Im Pentagon ist die systematische Kontrolle weiter Teile Afghanistans durch US-Drohnen längst eine reale Option.

Dauerhafte westliche Dominanz und Besetzung – das ist die düstere Perspektive für Afghanistan. Hinzu kommt die katastrophale soziale Situation: 42 Prozent der Afghaninnen und Afghanen müssen in absoluter Armut leben. Und elf Jahre nach Kriegsbeginn fehlt es noch immer an Bildungs- und Gesundheitsversorgung für die große Mehrheit der Bevölkerung.

Deshalb brauchen die afghanischen Antikriegsgruppen nach wie vor unsere Solidarität und Unterstützung: für einen sofortigen Abzug der Truppen und ein sofortiges Ende der Besetzung – für Frieden in Afghanistan!

Artikel von Heike Hänsel in Clara – Ausgabe 26

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