Gotthilf Lorch (auf dem Foto mit Heike Hänsel MdB und Dagmar Dubell, von rechts nach links) vom Koordinationstreffen Tübinger Behindertengruppen war am 26./27. Oktober 2012 auf Einladung von Heike Hänsel MdB auf der Konferenz „Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag“

Zum Auftakt der Konferenz „Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag“ richtete Gregor Gysi das Wort an die 299 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE erklärte, die Konferenz dürfe keine „Show-Veranstaltung“ sein, es gehe um einen „ernsthaften Dialog“. Nicht über Menschen mit Behinderungen soll geredet werden, sondern mit ihnen. Er forderte, dass die Konferenz ebenso regelmäßig im Bundestag stattfinden müsse wie zum Beispiel „Jugend im Parlament“.

Die fraktionsübergreifende Konferenz erstreckt sich über zwei Tage, in denen die Diskussion über Inklusion und Barrierefreiheit vorangetrieben werden soll. Sie dient auch als Bestandsaufnahme über die UN-Behindertenrechtskonvention. Die sei in Deutschland bislang nicht gut umgesetzt, sagte Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, am Rand der Auftaktveranstaltung. „Es gibt noch einen sehr großen Nachholbedarf. Die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung ist bei Weitem noch nicht dort ist, wo sie sein sollte – nicht bei den Politikern und erst recht nicht im Alltag der Bevölkerung“, so Seifert.

Die geladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer treten bei der Konferenz als „Expertinnen und Experten in eigener Sache“ auf. Sie sprechen mit Abgeordneten über ihre Bedürfnisse und können ihre Vorschläge präsentieren.

Dafür wurden zwölf Arbeitsgruppen eingerichtet, die thematisch an die ständigen Ausschüsse angelehnt sind. Alle Politikbereiche sollen aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung diskutiert werden. Initiiert haben die Veranstaltung die fünf behindertenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen, darunter Ilja Seifert, sowie der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

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