Zum Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erklärt die Tübinger Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel (DIE LINKE):

Zehn Prozent der Deutschen gehören 53 Prozent des Vermögens, 1998 waren es nur 45 Prozent. Die ärmere Hälfte der Haushalte besitzt dagegen gerade einmal ein Prozent des Vermögens. Auch in der Finanzkrise sind die Vermögen durch Spekulation und staatliche „Rettungspakete“ weiter gewachsen.

Die Bundesregierungen der vergangenen zehn Jahre von Rot-Grün bis Schwarz-Gelb haben diese Umverteilung von unten nach oben zu verantworten: die Agenda 2010 mit Hartz I bis IV, die Ausweitung von Leiharbeit, die Senkung des Spitzensteuersatzes und die Nichterhebung der Vermögenssteuer seit 1997. Diese Verarmungspolitik führte zu sinkenden Reallöhnen, der Ausbreitung von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung, drohender Altersarmut und millionenfacher Kinderarmut in diesem Land.

Wir brauchen endlich eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Deshalb unterstützt DIE LINKE das bundesweite Bündnis „UmFAIRteilen“, in dem sich Sozialverbände, Gewerkschaften, attac und viele andere Organisationen zusammengeschlossen haben.

DIE LINKE fordert eine deutliche Anhebung des Spitzensteuersatzes auf Kohl-Niveau, eine europaweite Vermögensabgabe und eine Millionärsteuer. Gleichzeitig müssen Niedriglohn und prekäre Beschäftigung bekämpft werden durch einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro und ein Verbot der Leiharbeit.

DIE LINKE ruft auf zu den Demonstrationen am bundesweiten“ UmFAIRteilen“-Aktionstag am 29. September 2012. Aus vielen Städten Baden-Württembergs wird es lokale Aktionen oder Busse zur Demonstration in Frankfurt am Main geben.

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Der Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung als Dateidownload startenPDF-Dokument.