Es ist Ferienzeit, aber viele müssen zu Hause bleiben. Nur jeder fünfte Geringverdienende mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1000 Euro hat sich einen Urlaub leisten können, so lautet die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei Die Linke.

Immer weniger Menschen können sich einen Urlaub leisten, ein niedriges oder unregelmäßiges Einkommen lassen das nicht zu. Viele haben aufgrund kurzer Beschäftigungsdauer gar keine freien Tage oder können sie nicht nehmen. Urlaub klingt weitgehend nach Luxus, jedoch ist eine Auszeit für jeden Menschen wichtig für Regeneration, körperliche und geistige Erholung.

Unsichere Arbeitsverhältnisse und zunehmende Arbeitsbelastungen führen für immer mehr Menschen zu einem sogenannten „Burn out“. Und auch Kinder sollten wenigstens einmal im Jahr für mindestens eine Woche aus ihrem Alltagstrott herauskommen, einen Ortswechsel haben. Aber Urlaub wird zum Luxus von immer weniger Menschen.

Unter dem Motto „Urlaubsgrüße aus Balkonien“ macht sich DIE LINKE stark für ein gerechtes Einkommen und Arbeitslöhne von denen man gut leben kann und dazu gehört auch Urlaub.

Wie jedes Jahr nehme ich gerade an der Ostsee an einer Freizeit für bildungsbenachteiligte Alleinerziehende mit ihren Kindern teil, alle im Hartz IV-Bezug, darunter etliche Aufstockerinnen, die trotz Arbeit nicht von ihrem Gehalt leben können. Für viele Frauen ist es der erste Urlaub seit Jahren.

Vor allem Alleinerziehende, 93 Prozent davon Frauen, sind einem großen Armutsrisiko ausgesetzt. Fehlende Kitaplätze und Teilzeitarbeitsplätze führen zu Erwerbslosigkeit oder schlecht bezahlten Minijobs. Nach aktuellen Informationen der Bundesregierung ist das Armutsrisiko von Alleinerziehenden sogar doppelt so hoch wie bei Paarelternfamilien. Knapp 40 Prozent aller Alleinerziehenden leben mit ihren Kindern in Armut. Und die Altersarmut ist bei schlecht bezahlter, prekärer Arbeit vorprogrammiert.

Steigende Frauen- und Kinderarmut in Deutschland während gleichzeitig ein Milliarden-Rettungspaket nach dem anderen für Banken und Vermögende von den anderen Parteien im Bundestag verabschiedet wird, ist nicht hinnehmbar und braucht unseren Protest. Unter dem Motto „UmFAIRteilen“ wird am 29. September in vielen Städten demonstriert für eine gerechte Verteilung von Vermögen. Wir brauchen Rettungsschirme für die öffentliche Daseinsvorsorge in allen Bereichen!