Heike Hänsel MdB befindet sich derzeit auf einer Dienstreise in Südamerika. Sie kann daher selbst nicht hier sein, um Euch zu unterstützen. Sie sendet Euch ihre solidarischen Grüße:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich unterstütze die Forderungen der Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen nach 6,9% Lohnerhöhung oder mindestens 250.- Euro im Monat mehr! Das ist das Mindeste – denn das ist gute und verantwortungsvolle Arbeit wert! Eine Politik, die an der falschen Stelle spart, die Krankenhäuser ausbluten lässt und damit vorsätzlich nicht nur Personal verschleißt und die Zukunft von jungen Menschen in der Ausbildung aufs Spiel setzt, sondern auch eine grundlegende Gesundheitsversorgung gefährdet, darf nicht hingenommen werden! Zu welchen katastrophalen Folgen eine durch und durch ökonomisierte Gesundheitsversorgung führen kann, erlebe ich gerade in Chile, dem Land des Neoliberalismus. „Kranke pflegen Kranke“ heisst die Bezeichnung für die noch wenigen staatlichen Krankenhäuser für die arme Bevölkerung , in denen die Beschäftigten durch miserable Arbeitsbedingungen selbst krank werden und eine Pflegekraft für 45 Patienten alleine verantwortlich ist. Dadurch ist die Gesundung der Kranken wiederum katastrophal schlecht.

Keine chilenischen Verhältnisse! Deshalb, statt Milliarden für Stuttgart 21 zu vergraben, muß die Landesregierung dafür sorgen, dass die Krankenhäuser vernünftig ausgestattet werden.
Wir brauchen gute Fachkräfte, die im Gesundheitswesen arbeiten wollen, und aus diesem Grunde sind auch attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen dringend notwendig.

Daher gilt für die Auszubildenden: 100.- Euro im Monat mehr sind das mindeste! Allerdings können Lohnerhöhungen nur ein qualitativer Schritt sein. Wenn weiterhin Personal eingespart wird und das Pflegepersonal immer mehr Aufgaben auf den Stationen stemmen muss, benötigen wir einen grundlegenden Politikwechsel im Gesundheitswesen. DIE LINKE setzt sich für eine öffentlich organisierte, von Krankenkassen und Ländern gemeinsam und solide finanzierte Krankenhausversorgung ein. Dazu braucht es eine sozial gerechte Steuerpolitik des Bundes, die die Länder in die Lage versetzt, ihren Investitionsverpflichtungen nachzukommen und eine solidarische BürgerInnen-Versicherung, die langfristig eine gute Gesundheitsversorgung für alle garantiert!

Ich solidarisiere mich mit Euch und wünsche Euch viel Energie und Erfolg in diesen Tarifauseinandersetzungen!

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