Das Jahr 2011 geht zu Ende. Ein ereignisreiches Jahr. Ein Jahr des Aufbruchs für Demokratie, Selbstbestimmung und soziale Rechte gegen diktatorische Regime, gegen die Macht der Finanzmärkte und Banken, gegen Sozialabbau und irrsinnige Großprojekte. Die weltweiten Bewegungen, der sog. „arabischen Frühling“ , die Streikenden und Demonstrierenden in Madrid, Athen, Rom, Tel Aviv und die Occupy-Bewegung in New York, London und Frankfurt, die S21-Bewegung haben eines gemeinsam: sie wehren sich gegen ein politisches und wirtschaftliches System, das profitorientiert nur noch den Interessen von wenigen reichen Eliten dient.

Sie stellen die Fragen: wollen wir so wirklich leben? Profit um jeden Preis? Banken, die Milliarden an Steuergeldern kassieren während sich die Staaten dadurch immer weiter verschulden und soziale Kürzungen großen Teilen der Bevölkerung auferlegen. Wenn Regierungen nun schon erpressbar sind durch die ungeheure Macht der Finanzmärkte, dann müssen wir uns selbst zur Wehr setzen, auf den Strassen und Plätzen in der ganzen Welt, ihr Fazit. Verbunden über viele soziale Netzwerke globalisiert sich so der Widerstand.

Die Menschen in Afghanistan sind gezeichnet von 10 Jahren Krieg der Nato in ihrem Land. Viel Leid, viel Zerstörung und wenig Entwicklung. Im Bundestag sammelten nun Abgeordnete der vier Fraktionen Unterschriften für Weihnachtsgrüße an die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Statt Grüße nach Afghanistan zu schicken, wäre es besser, gegen die Verlängerung des ISAF-Mandats in Afghanistan zu stimmen, dann müssten die Soldaten und Soldatinnen das Weihnachtsfest nicht in einer Kriegsregion verbringen, sondern könnten Weihnachten zuhause feiern. Das wäre der beste Beitrag zum Fest des Friedens.

Weihnachten wird nicht, wie in einer zweifelhaften Werbung „unterm Weihnachtsbaum entschieden“, sondern durch Menschlichkeit und Solidarität. Und diese brauchen wir in der kommenden Zeit nötiger denn je, damit die Menschen in Europa nicht gegeneinander ausgespielt werden können. Darauf warten rechtspopulistische Bewegungen und wohin das führen kann, erleben wir gerade in Deutschland sehr schmerzhaft.

Ich wünsche allen besinnliche, kraftspendende Feiertage und wünsche uns allen, dass das Jahr 2012 zum Jahr der Solidarität und der Hoffnung wird. Wie es in der Streitschrift „Empört Euch“ von Stéphane Hessel heißt: „Widerstand leisten heißt Neues schaffen“.

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