„Deutschland muss endlich den politischen Wille zeigen, gemeinsam mit Chile die Verbrechen der Colonia Dignidad lückenlos aufzuklären“, erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Heike Hänsel, anlässlich des Auslieferungsgesuchs für den Sektenarzt und Vize-Chef der Colonia Dignidad, Hartmut Hopp. Hänsel weiter:

„Für die Opfer der Colonia Dignidad hat es bislang weder von chilenischer noch von deutscher Seite eine Entschädigung gegeben. Die Bundesregierung muss jetzt mit Nachdruck für einen neuen Anfang in der Geschichte Deutschlands im Umgang mit der Colonia Dignidad und damit für die Auslieferung Hopps eintreten, andernfalls wird sich dieses schwarze Kapitel erneut um Jahre in die Länge ziehen.

Statt mit Mitteln aus dem Auswärtigen Amt die Integration der Ex-Colonia Dignidad (heute Villa Baviera genannt) in die chilenische Gesellschaft zu fördern, sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass kein deutscher Verbrecher straffrei bleibt. Der zügige und verantwortungsbewusste Umgang mit dem Auslieferungsgesuch für Hopp wäre hierzu ein wichtiger Beitrag.“

Hartmut Hopp wurde im vergangenen Januar wegen Komplizenschaft beim sexuellen Missbrauch von Minderjährigen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Seit Mai lebt er mit seiner Frau in Deutschland, da es ihm gelungen ist, aus Chile zu fliehen. Gegen Hopp liegt deshalb ein internationaler Haftbefehl vor. Das Oberste Gericht in Chile hat am vergangenen Montag entschieden, das Auslieferungsgesuch für Hartmut Hopp an Deutschland zu stellen.

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