Heike Hänsel, aktiv in der Stuttgarter Protestbewegung, hat kein Verständnis dafür, dass Winfried Hermann keine Verlängerung des Baustopps beantragte. „Die Landesregierung ist gegenüber den Schadensersatz-Drohungen der Bahn eingeknickt“, kritisiert die Tübinger Bundestagsabgeordnete der Linken. „Da macht der Verkehrsminister Verbalradikalismus, aber die Taten folgen nicht.“

Die Bahn habe auch nach der Schlichtung ständig weitergebaut, obwohl nicht alle Genehmigungen in trockenen Tüchern seien. „Da trägt sie selbst das Risiko. Ich hätte das juristisch ausgefochten“, sagt Hänsel. Die grün-rote Koalition hätte mehr Druck gegenüber Bund und Bahn aufbauen können, ihr stünden die Bevölkerung und die Protestbewegung zur Seite. Für letztere sei die Aufhebung des Baustopps „eine Riesenklatsche. Jetzt muss die Basis versuchen, ihn durchzusetzen“. Es sei unseriös von der Bahn, einen Stresstest zuzusagen und dann trotzdem weiterzubauen. Die Abgeordnete der Linken: „Für mich ist es unerklärlich, warum hier nicht die Machtprobe gesucht wird.“

Quelle:
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/alles-zum-bahnprojekt-stuttgart-21_artikel,-Politiker-sehen-Bahn-erneut-auf-Konfrontationskurs-_arid,136860.html

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