Nach Ansicht von Heike Hänsel, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, hat sich die Bundesregierung in ihrer neuen Lateinamerika-Strategie bereits festgelegt. “Es geht um Rohstoffsicherung, Exportförderung und die Absicherung deutscher Wirtschaftsinteressen. Dabei sind die linken Regierungen natürlich äußerst hinderlich”, so ihr Resümee. Bei der Reise habe von vornherein festgestanden: Bolivien ist schlecht, Peru und Kolumbien sind gut. “Das schlägt sich auch im Reiseprogramm nieder”, so Hänsel: “Der Minister traf sich mit der Opposition nur in Bolivien, nicht aber in Peru und Kolumbien.”

Besonders hob Hänsel die Rolle der parteinahen Stiftungen hervor. “Die Adenauer-Stiftung unterstützt in Bolivien massiv oppositionelle Kräfte mit großen Veranstaltungen und Schulungen für Nachwuchskräfte”, sagte sie gegenüber amerika21. Auch die Seidel-Stiftung versuche mit der Förderung konservativer indigener Gruppen, die bolivianische Regierung zu schwächen, ähnliches passiere in Ecuador. In Bolivien unterhalte die FDP-nahe Naumann-Stiftung Kontakte zur oppositionellen Provinzregierung in Santa Cruz, wo es vor einem Jahr bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen gegeben hatte. Diese Stiftungen seien dagegen “verlässliche Partner der Regierungen Perus und Kolumbiens”.

Quelle:
http://amerika21.de/nachrichten/2010/11/16682/bilanz-reise-niebel

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