Die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Heike Hänsel, die als Mitglied der parlamentarischen Delegation mit dem Minister vor Ort ist, sieht das ähnlich. Kolumbiens amtierender Staatschef Santos sei als Armeeminister in der Vorgängerregierung für extralegale Hinrichtungen, Vertreibungen und die Zusammenarbeit mit Paramilitärs verantwortlich, [extern] sagte sie im Deutschlandradio.

Beim Treffen mit der deutschen Delegation habe die Vertreterin der CDU-nahen Stiftung deutlichere Worte gefunden, sagte die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel gegenüber Telepolis: „Die Dame erweckte den Eindruck, als ob in Bolivien eine Diktatur herrsche“, so Hänsel, die einer ähnlichen Stimmung in deutschen Unternehmerkreisen in Bolivien begegnete.

Zunehmende Rolle der Parteistiftungen aus dem Regierungslager

Hänsel macht die selektive Wahrnehmung von Menschenrechten und Freiheiten auch an den Gesprächen während der zweiten Reisestation in Peru aus. Nach Angaben des deutschen Botschafters in Lima, [extern] Christoph Müller, hat sich die Lage unter dem Präsidenten Alán García hervorragend entwickelt. García ist neben seinem Amtskollegen Santos in Kolumbien einer der letzten Verfechter von Freihandel und Marktradikalismus in Südamerika.

„Auf die Vorwürfe der Wahrheitskommission, nach denen die Regierung nicht bereit ist, die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen von Armee und Guerilla während des so genannten schmutzigen Krieges ernsthaft aufzuarbeiten, wurde kein Wort verloren“, so Hänsel. Während in Bolivien die Entwicklungszusammenarbeit zurückgefahren wird, konnte sich die neoliberale Führung in Peru über Zusagen von bis zu 200 Millionen Euro bis zum Ende des kommenden Jahres freuen.

Quelle:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33619/1.html

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