140 Menschen starben in der Nähe von Kundus am 4. September 2009 durch die Bombardierung auf Befehl der Bundeswehr. Die Provinzrätin Dr. Habibe Erfan widersprach der offiziellen Dar- stellung, die Opfer wären Taliban. Sie ging durch die betroffenen Dörfer, erstellte eine Liste der Opfer und belegte so das Ausmaß der ermordeten Zivilisten, darunter auch Kinder. Gemeinsam mit den Hinterbliebenen will sie die Bundesregierung auf gerechte Entschädigung verklagen. Als erste afghanische Zeugin wird sie am 28.10.2010 vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages aussagen.
Auf Einladung der Bundestagsfraktion DIE LINKE geht Dr. Habibe Erfan auf Vortragsreise in Deutschland. Sie wird Auskunft geben über die Situation der Hinterbliebenen und Verletzten und ihre Sicht auf den Kriegseinsatz der Bundeswehr.
Vortragsreihe

Freitag, 29.10. Bonn, 19.00 Uhr, Veranstaltungshaus „Pauke-Life“, Großer Seminarraum, Endenicher Str. 43, MdBs: Matthias W. Birkwald, Paul Schäfer

Samstag, 30.10. Hamburg, 17.00 Uhr, Patriotische Gesellschaft, Kirchhof-Saal, Trostbrücke 4, MdBs: Jan van Aken, Luc Jochimsen

Montag, 1.11. Frankfurt, 19.00 Uhr, Gewerkschaftshaus, Willi Richter Saal, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, MdBs: Christine Buchholz, Werner Dreibus, Wolfgang Gehrcke

Dienstag, 2.11. Stuttgart, 19.00 Uhr, Gewerkschaftshaus, Willi-Bleicher-Str. 20, MdBs: Heike Hänsel, Michael Schlecht

Mittwoch, 3.11. München, 19.30 Uhr, Eine-Welt-Haus, Großer Saal, Schwanthaler Str. 80, MdBs: Nikole Gohlke, Harald Weinberg

Donnerstag, 4.11. Mainz, 19.00 Uhr, Augustinakeller, Augustinastr. 26, MdBs: Wolfgang Gehrke, Katrin Werner

Zur Person
Frau Dr. Habibe Erfan lebt in der afghanischen Provinz Kundus. 15 Jahre praktizierte sie als Frauenärztin und war fünf Jahre beim Roten Halbmond. Neben ihrer Tätigkeit als Mitglied des Provinzrates in Kundus und engagiert sie sich bei der NGO Afghan Women and Gender Rights Protection Organisation. Zu den Parlamentswahlen im September 2010 trat sie als Kandidatin an. Sie ist 45 Jahre alt und hat sieben Kinder. Sie verkörpert das andere Afghanistan – jenseits von Warlords und Taliban.

Einladung und Anmeldung:
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