Heike Hänsel MdB unterstützt die Unterzeichnung des Treuhandfonds für Yasuní-ITT und fordert, dass die Regierungen Deutschlands und der Europäischen Union in den Treuhandfonds einzahlen.

Siehe dazu die Pressemitteilung der ecuadorianischen Regierung (inoffizielle Übersetzung):

Ministerium für Auswärtige Beziehungen, Handel und Integration von Ecuador

Quito, 3. August 2010

ECUADOR UNTERZEICHNET TREUHANDFONDS FÜR YASUNÍ-ITT

Im Salon „Proceres“ des Ministeriums für Auswärtige Beziehungen, Handel und Integration ist der Treuhandfonds Yasuní-ITT zwischen den ecuadorianischen Regierungsmitgliedern und der regionalen Administratorin und Direktorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (für Lateinamerika und die Karibik) UNDP, Rebeca Grynspan, unterzeichnet worden. Die Initiative sichert zu, die Erdölreserven der Felder Ishpingo, Tambococha und Tiputini, welche sich auf 846 Millionen Barrel Erdöl belaufen, nicht zu fördern.

Bei diesem feierlichen Akt waren Regierungsmitglieder wie der Vizepräsident Lenin Moreno, der Außenminister Ricardo Patiño, die Ministerin für Kulturerbe María Fernanda Espinosa, der Finanzminister Patricio Rivera, der Tourismusminister Freddy Ehlers sowie Rebeca Grynspan, regionale Administratorin und Direktorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, anwesend.

Ebenso vertreten waren Repräsentanten internationaler Körperschaften und Kooperationsgesellschaften sowie der indigenen Volksgruppe Huaorani.

Rebeca Grynspan, regionale Administratorin und Direktorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, hob den Vorschlag Ecuadors hervor, dem Phänomen der Erderwärmung auf andere Art entgegen zu treten, indem der Ausstoß von CO2 vermieden wird. „Die Unterzeichnung dieses Treuhandfonds begründet eine mutige und avantgardistische Maßnahme und stellt einen historischen Moment dar. Dies ist das erste Land auf der Welt, das eine Erdölquelle mittels eines effektiven, quantifizierbaren und verifizierbaren Mechanismus dauerhaft unter der Erde belässt“, erklärte sie.

Der Außenminister Ricardo Patiño begrüßte die Anwesenheit der nationalen und internationalen Gemeinschaft bei der Unterzeichnung des Treuhandfonds für das Projekt Yasuní-ITT und betonte, dass es sich um eine Initiative der Regierung von Präsident Rafael Correa handele, die einen konzeptionellen Bruch impliziere, der auf einem anderen ökonomischen und ethischen Denken beruhe und auf einer Gesamtvision begründet sei, die zeitgleich sowohl die größten Umwelt- als auch Menschheitsprobleme bekämpfe: zu diesen gehörten die Erderwärmung, die Vernichtung der Artenvielfalt und die soziale Ungerechtigkeit.

Er sagte, „die Initiative Yasuní-ITT ist ein ganzheitlicher und revolutionärer Vorschlag, da er nicht nur die Artenvielfalt schützt und zur Lösung der globalen Probleme des Klimawandels beiträgt, sondern auch bestrebt ist, die Armut und die Ungleichheit im Land zu bekämpfen“. Ebenso wiederholte er, dass Ecuador zum Wegbereiter dieser Initiative sowie zum freiwilligen Partner würde, um Bitten und Forderungen im Namen der Natur zu äußern und lud auch die internationale Gemeinschaft ein, sich dieser Sache anzuschließen.

Andererseits rief der Außenminister die in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa akkreditierten ecuadorianischen Botschafter, die ebenfalls an diesem Akt beteiligt waren, dazu auf, die Initiative in den jeweiligen Ländern, in denen sie tätig sind, voranzutreiben.

Mit der Unterzeichnung des Treuhandfonds kann Ecuador nun Beitragszahlungen der Geberländer erhalten. Die Initiative hat bereits formelle Unterstützung von Seiten folgender Länder erhalten: Deutschland, Belgien, Europäische Union, Italien und Spanien.

Ecuador verplichtet sich, die 846 Millionen Barrel Erdölvorkommen auf den ITT- Feldern im Nationalpark Yasuní, der 1979 gegründet und im Jahr 1989 von der UNESCO zum Weltbiosphärenreservat erklärt wurde, nicht zu fördern und somit den Ausstoß von 407 Millionen Tonnen CO2 in der Atmosphäre zu vermeiden.

Weitere Infos unter:
http://yasuni-itt.gob.ec/

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