Rede der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (DIE LINKE) auf dem Treffen der Sozialen Bewegungen mit VertreterInnen der ALBA-Regierungen
IV. Alternativer Gipfel „Enlazando Alternativas“, Madrid, 17. Mai 2010

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich freue mich, bei diesem wichtigen Ereignis heute und in den letzten Tagen dabei zu sein. Der Alternativgipfel und die Demonstration haben Tausende nach Madrid gebracht. Sie stehen für hunderttausende, Millionen Menschen, die von der neoliberalen Politik in ihrer persönlichen Existenz betroffen sind und die NEIN sagen zu diesem Wirtschaftsmodell, das uns das Leben raubt.

Die US-Friedensbewegung hatte gegen den Irak-Krieg die Losung: „Nicht in unserem Namen“. Die Linke in Deutschland und die Linke Europas sagen ebenfalls zur Freihandelspolitik der EU: NEIN, nicht in unserem Namen!

Die Militarisierung Lateinamerikas und Europas, die militärische Einkreisung Venezuelas, die Kriege in Irak, Afghanistan: „Nicht in unserem Namen“!

Die Komplizenschaft mit der blutigen Politik von Uribe Velez und Calderón: „Nicht in unserem Namen“!

Die Legalisierung des Putsches in Honduras und der Empfang Lobos: „Nicht in unserem Namen“!

Eine Klimapolitik, die sich das Recht auf Emissionen erkauft, um den eigenen Lebensstil nicht ändern zu müssen: „Nicht in unserem Namen“!

Es sind 200 Jahre vergangen seit Beginn der Unabhängigkeit Lateinamerikas: Wir wollen den Kampf um die zweite Unabhängigkeit unterstützen. Deshalb fordern wir einen Stopp der Freihandelsabkommen mit Kolumbien/Peru und Zentralamerika.
Wir wollen von den lateinamerikanischen Ländern lernen und fordern alternative, solidarische Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika und hier in Europa!

Wir wollen eine friedliche Lösung für den bewaffneten Konflikt in Kolumbien und wollen die Senatorin Piedad Córdoba unterstützen, eine starke europäische Bewegung der Kolumbianerinnen für den Frieden aufzubauen! Und wir fordern, dass mit Präsident Uribe kein Handelsvertrag abgeschlossen wird, sondern, dass er sich für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten muss!

Wir fordern, dass nicht der illegitime Präsident Lobo sondern der BLOQUE POPULAR und vor allem die mutigen Frauen als legitime Vertretung in Honduras anerkannt werden!

Wir fordern, dass die europäischen Staaten wie Niederlande ihre Erlaubnis für die Stationierung von US-Truppen in Aruba und den Antillen zurückziehen! Seit Jahren lehnen wir die Blockade Kubas ab. Schluss mit dieser Schandtat gegen die Menschlichkeit und das kubanische Volk!

Wir waren beeindruckt vom Klimagipfel der Völker in Cochabamba und unterstützen die Forderung nach einem Klimagerichtshof! Präsident Evo Morales sagte und es schallte bis Europa: PLANETA O MUERTE!
Das neoliberale Wirtschaftsmodell der EU ist gescheitert, deshalb füge ich an: PLANETA O CAPITALISMO! Für ein „VIVIR BIEN“ – Ein „GUTES LEBEN“ für Alle!

Anstatt Billionen für die Banken auszugeben, wollen wir in das Leben investieren, damit die Vision des großen chilenischen Dichters, Pablo Neruda, Wirklichkeit wird: „Ich möchte Erde, Feuer, Brot, Mehl, Zucker, Meer, Bücher, Heimat für Alle!

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