„Bestandteil langfristiger Hilfe muss ein kompletter und bedingungsloser Schuldenerlass für den bitterarmen Karibikstaat sein. Es ist ein Skandal, dass drei Wochen nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti mit mehr als 170.000 Toten noch kein kompletter Schuldenerlass für Haiti in die Wege geleitet wurde und dass die Gefahr besteht, dass im Zuge der Nothilfe sogar weitere Schulden in Form von Darlehen anfallen“, so Heike Hänsel anlässlich des morgen beginnenden Gipfels der G7-Finanzminister in Kanada. Die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Ich fordere die Bundesregierung dazu auf, der Initiative Kanadas zu folgen und sich bei der internationalen Staatengemeinschaft für einen vollständigen Erlass aller Schulden einzusetzen. Die Schulden Haitis, die Diktatoren und skrupellose Regierungen mit Hilfe internationaler Finanzinstitutionen und westlicher Länder angehäuft haben, werden auf ungefähr eine Milliarde Dollar beziffert. Nach wie vor liegen ins Ausland verschobene Gelder aus Haiti auf europäischen Konten und US-Banken. Die haitianische Bevölkerung bezahlt schon viel zu lange den Preis für diese Politik der Verschuldung mit bitterer Armut.
Nur durch einen schuldenfreien Neuanfang kann der fragile Staat wieder handlungsfähig, die Infrastruktur aufgebaut und das Elend der haitianischen Bevölkerung bekämpft werden.“

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