21.10.2009

Wird Heike Hänsel künftig Co-Fraktionsvorsitzende der Linken sein, wie „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe nahelegte? Wir fragten die Tübinger Bundestagsabgeordnete.

Tübingen. Die Lektüre des Artikels hat Heike Hänsel keine Freude gemacht. Im Gegenteil. Sie sei „völlig
perplex“ gewesen über diesen „unseriösen Bericht“, in dem „keinerlei Quellen genannt“ worden seien, sagt die wiedergewählte Bundestagsabgeordnete auf Nachfrage.

Mit ihr habe kein Journalist gesprochen. Aber auch nicht Oskar Lafontaine, der sie – wie gestern im „Wir zitieren aus“ dokumentiert – angeblich Gregor Gysi als Co-Fraktionschefin zur Seite stellen wolle. Auch mit den Einordnungen und Attributen, die ihr im „Spiegel“-Artikel zugeschrieben werden – „eher im Fundi-Lager angesiedelt“, „ebenso unberechenbar wie unbekannt“ – ist die 43-jährige Tübingerin keineswegs einverstanden: „Ich denke nicht in diesen Kategorien.“

Der „Kampagnenartikel“, so ihre Hauptkritik, „bildet nicht ab, was ist“. Sie vertrete vor allem „den Ansatz
der sozialen Bewegungen“, fasste Hänsel ihr politisches Selbstverständnis in einen Satz.

Auch der im Artikel beschriebene West-Ost-Konflikt der Linken treffe nicht die Realität. Hänsel verweist auf die erste Klausur der neuen Bundestagsfraktion am 9. Oktober in Rheinsberg. Die Fraktion habe dort einstimmig ein Zehn-Punkte-Programm verabschiedet.

Hänsel verschweigt ihre persönlichen Ziele keineswegs. Sie möchte, sagt sie auf Nachfrage, entweder (wieder) entwicklungspolitische oder aber außenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion werden und wird sich dafür bewerben. Ob das gelingt, entscheidet sich wohl am Montag kommender Woche. Da konstituieren sich die Arbeitskreise, und da werden aller Voraussicht nach auch die Sprecher festgelegt. kai

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