21.07.2009

Antworten von Heike Hänsel

Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Ich habe großen Respekt vor Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens gegen Krieg, gegen Umweltzerstörung, für Menschenrechte kämpfen, zum Beispiel die afghanische Frauenrechtlerin Malalai Joya, die kolumbianische Friedensaktivistin Jahre alt. Gloria Cuartas, die Palästinenserin Sumaya Farhat-Naser.

Was macht Sie so richtig sauer?

Richtig sauer macht mich, wenn die Medienberichterstattung keine Chancengleichheit im politischen Wettbewerb ermöglicht. Ich hoffe natürlich, dass auf lokaler Ebene das Schwäbische Tagblatt nicht farbenblind wird und womöglich nur noch grün sieht und schreibt.

Was für Musik hören Sie / Was ist Ihre Lieblingsband?

Mir gefällt Musik aus Lateinamerika, zum Beispiel Mercedes Sosa, Victor Jara, Silvio Rodriguez, Buena Vista Social Club, Inti Illimani. Im Bereich Pop-Rock Amy MacDonald, Alanis Morissette, Katie Melua, Simply Red, REM. Liedermacher wie Yusuf Islam, Konstantin Wecker.

Flugplatz ist eine Seite für Menschen, die ihr Berufsleben noch vor sich haben. Deshalb interessiert uns: Wie sollen die Schulden bezahlt werden, die durch das Konjunkturpaket II entstanden sind? Wieviel Geld braucht ein Mensch Ihrer Ansicht nach zum Leben?

Der Staat muss vor allem mehr Steuern einnehmen von den Reichen, zum Beispiel durch eine Millionärssteuer, Vermögenssteuer, Börsenumsatzsteuer. Zudem könnte auf sämtliche Rüstungsprojekte verzichtet werden. Allein dieses Jahr gibt die Bundesregierung über 30 Milliarden Euro für Rüstung aus! Sogenannte „Bürgerhaushalte“können zudem die Menschen an den Entscheidungen über die Ausgaben-Einnahmenpolitik beteiligen.

Sind Sie für oder gegen die Wehrpflicht – und warum?

Ich setze mich für die Abschaffung der Wehrpflicht ein. Ich bin darüber hinaus dafür, weitergehend zu diskutieren, ob man überhaupt Armeen braucht. Eine Armee kann nämlich keine politischen Konflikte lösen. Stattdessen könnte ein ziviler Freiwilligendienst aufgebaut werden, der international in Konflikten eingesetzt wird und Friedenskräfte vor Ort unterstützt, Entwicklungsprojekte fördert, Armut als Kriegsursache bekämpft.

Werden Sie sich in Zukunft dafür einsetzen, dass mehr Flüchtlinge als bisher nach Deutschland kommen können? Wenn ja, wie?

Ich setze mich für eine Wiederherstellung des Rechts auf Asyl ein. Die militärische Flüchtlingsabwehr an den EU-Außengrenzen muss beendet, die Grenzschutzagentur Frontex aufgelöst werden. In Tübingen unterstütze ich als Patin die „Save-me-Kampagne“, die sich dafür einsetzt, dass Tübingen mehr Flüchtlinge aufnimmt. Wir brauchen europaweite Resettlement-Programme, die koordiniert Flüchtlingen den legalen Zugang zu Europa ermöglichen.

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