3. September 2008

„Die Bonner Erklärung löst die Probleme der Entwicklungszusammenarbeit nicht!“, argumentierten Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, und ihr Kollege Hüseyin Aydin, Obmann der Fraktion im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

„Entstaatlichung kann kein Ziel der Entwicklungszusammenarbeit sein“, sagte Hänsel weiter. „Es stimmt, dass mehr Geld allein nicht die Probleme des Südens lösen wird, die Autoren erwähnen aber mit keinem Wort die bestehenden ungerechten Handelsstrukturen, die noch größere Abhängigkeiten schaffen. Die Annahme der Bonner Erklärung, die Entwicklung Afrikas sei daran gescheitert, dass der Westen zuviel Verantwortung für die Entwicklung übernommen habe, sehen wir nur teilweise. Neben dem paternalistischen Charakter der Entwicklungszusammenarbeit war und ist der Westen in seinem Umgang mit den afrikanischen und anderen Ländern des Südens vor allem um seinen eigenen Vorteil besorgt – ein Vielfaches dessen, was als Hilfe von Nord nach Süd fließt, kommt auf umgekehrtem Weg zurück: über Zinstilgungen, Kapitalflucht, ungerechte Handelsbeziehungen, die den Süden strukturell benachteiligen. Seit Jahrhunderten wird Umverteilung zugunsten des Nordens organisiert. Daran ist die Entwicklung im Süden gescheitert.“

Quelle:
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=4137&Itemid=31

Advertisements