„Nein zu Krieg und Besatzung!“
Perspektiven für eine friedliche, soziale und demokratische Entwicklung in Afghanistan

Zu Besuch bei der Fraktion DIE LINKE:
die afghanische Frauenrechtlerin Zoya

Nach sieben Jahren NATO-Besatzung in Afghanistan zieht die afghanische Frauenrechtlerin Zoya von RAWA (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan) eine kritische Bilanz:
„Die Bevölkerung sieht, dass 43 Länder in Afghanistan militärisch präsent sind, tausende von Soldaten und Milliarden von Dollar, aber nach wie vor gibt es kein sauberes Trinkwasser, keine Elektrizität, und nur ein Kilometer vom Präsidentenpalast in Kabul entfernt sterben die Menschen an Hunger.“ Zoya kritisiert die Zusammenarbeit des Westens mit Fundamentalisten, Drogenbaronen und Warlords, sie beklagt die anhaltende Gewalt, vor allem die Gewalt gegen Frauen.

DIE LINKE lehnt die Mandatsverlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan ab, die im Oktober 2008 im Bundestag beschlossen werden soll. Gemeinsam mit Zoya wollen wir erörtern, welche Perspektiven für die künftige Entwicklung in Afghanistan jenseits von Besatzung und Krieg existieren? Wie können Akteurinnen und Akteure in Afghanistan unterstützt werden, die sich für eine friedliche, selbstbestimmte, demokratische und soziale Entwicklung einsetzen?

Zoya (geb. 1978) ist Mitglied von RAWA (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan), eine humanitäre und politische Organisation, die sich seit 1977 friedlich für die Frauenrechte und säkulare Demokratie in Afghanistan einsetzt. Seit dem Erscheinen ihrer Lebensgeschichte „Zoya. Mein Schicksal heißt Afghanistan“ (2002) ist Zoya, die wie ihre Mitstreiterinnen im Untergrund lebt und ihren wirklichen Namen aus Sicherheitsgründen geheim hält, international bekannt. 2001 erhielt RAWA für ihr mutiges Engagement den Mona-Lisa-Preis des ZDF.

Mit Heike Hänsel, MdB, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

Freitag, 19. September 2008, 20 Uhr
Schlatterhaus, kleiner Saal,
Österbergstr. 2, 72074 Tübingen

Im Rahmen der Veranstaltung:
Filmvorführung: View from a grain of sand (englisch)

“View From a Grain of Sand“ ist eine Reise durch die letzten 30 Jahre der afghanischen Geschichte. Über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet der Film eine Ärztin, eine Lehrerin und eine Aktivistin der Frauenorganisation RAWA in einem Flüchtlingscamp in Pakistan und bei der Rückkehr nach Afghanistan. Sie erzählen davon, wie der Krieg, der von außen geschürt worden war, ihr Leben gewaltsam verändert hat. Der Film erzählt aber auch vom Mut und der Entschlossenheit der drei Frauen, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufhören, anderen zu helfen.

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