Pressemitteilung
22.08.2008

Absage des Besuchs von Carlos Lozano – Hänsel (DIE LINKE) besorgt über Situation in Kolumbien

Der linke kolumbianische Journalist und Politiker Carlos Lozano musste seine für September angekündigte Europa-Reise absagen. Auch eine für den Abend des 22.9. geplante Veranstaltung der Fraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist davon betroffen. Die Möglichkeit, die Veranstaltung mit einem anderen Referenten oder einer Referentin aus Kolumbien durchzuführen, wird geprüft.

Der Grund für die Absage ist, dass gegen Herrn Lozano, wie gegen viele andere Journalisten und oppositionelle Politiker in Kolumbien derzeit, wegen mutmaßlicher Unterstützung für die FARC ermittelt wird. Herr Lozano war in seiner Eigenschaft als vom kolumbianischen Präsidenten beauftragter Emissär in Kontakt mit den FARC getreten. Nach der Befreiung der FARC-Geisel Ingrid Betancourt waren er und andere nationale und internationale Vermittler von der Regierung abberufen worden. Dass er nun wie seine Vorgängerin als Emissärin, die liberale Politikerin Piedad Cordoba, ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, deutet erstens darauf hin, dass die Regierung nach wie vor statt auf eine Verhandlungs- auf eine militärische Lösung des Konflikts mit den FARC setzt, und zweitens, dass im Zuge dessen auch die Repression gegen die politische Opposition im Land verstärkt wird.

DIE LINKE bedauert die Absage der Reise von Carlos Lozano und ist stark beunruhigt über die politische Entwicklung in Kolumbien. Heike Hänsel, die Carlos Lozano nach Berlin eingeladen und ein Treffen von Mitgliedern der Ausschüsse für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Auswärtiges und Menschenrechte mit Carlos Lozano vorbereitet hatte, erklärt ihre Solidarität mit Lozano und den anderen Oppositionspolitiker/innen und Journalist/innen, die sich derzeit mit politisch motivierten Ermittlungen konfrontiert sehen. Hänsel appelliert an die Bundesregierung, die Situation in Kolumbien kritisch zu beobachten und sich gegenüber der kolumbianischen Regierung für die Wahrung demokratischer Rechte einzusetzen.

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