Freitag, 4. August 2006
Krieg im Libanon. Hintergründe und Alternativen.
Veranstaltungsbericht der Linkspartei Weinheim

Weinheim (hd) – Vor zahlreichen Weinheimer Zuhörern sprach die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel (Tübingen), die vor kurzem mit einer deutschen Delegation nach Israel und Palästina reiste. Anschaulich berichtete sie von ihren Eindrücken vor Ort.

Während es auf kommunaler Ebene Zusammenarbeit, ja, Freundschaft zwischen palästinensischen und israelischen Gemeinden gebe, habe sich Israels Regierung und Militär auf Krieg festgelegt. Konflikte, die in der Vergangenheit mit Verhandlungen hätten gelöst werden können, seien nun als Vorwand für einen Überfall auf Libanon genommen worden.

Hänsel berichtete, das israelische Militär begehe täglich Kriegsverbrechen, in dem es auf Flüchtlinge schieße, Kinder und Frauen töte, Schulen und Krankenhäuser bombardiere und geächtete Waffen einsetze wie Streubomben und abgereichertes Uran.

Die Abgeordnete der Linkspartei wandte sich gegen die Ziele palästinensischer Milizen wie Hisbollah, forderte jedoch auf, nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln. „Täglich sterben unschuldige Zivilisten, die mit Hisbollah nichts am Hut haben. Libanon wird in die Hoffungslosigkeit zurückgebombt“, begründete sie ihre Forderung nach einem sofortigen bedingungslosen Waffenstillstand.

Die Politik der israelischen Regierung richte sich auch gegen das eigene Volk. Für den Krieg müsse es mit Geld, Leben und Verzicht bezahlen und sei auf Jahre internationaler Verachtung ausgesetzt. Der Krieg verhindere nicht, sondern produziere Terror.

Heike Hänsel forderte von der Bundesregierung, ihre tolerierende Haltung gegenüber der Aggression aufzugeben. Dazu gehöre auch, Deutsche aus dem Kriegsgebiet zu evakuieren, was die Regierung bislang ablehne.

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